„In den kommenden Jahren haben wir in Sachsen einen so hohen Bedarf an Lehrkräften, dass künftig die Lehrerausbildung an der TU Dresden und an der Universität Leipzig sowie den beiden Musikhochschulen – entgegen früherer Planungen – weiter ausgebaut werden muss.“ Das sagte gestern Sachsens Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange.!
„Gute Lehrer sind der Garant für gute Bildung. Die Universitäten haben die Lehrerausbildung deshalb zur Chefsache gemacht, denn Sachsen selbst muss für seinen Lehrernachwuchs sorgen.“
Der Generationswechsel in allen Schularten im kommenden Jahrzehnt stelle die Hochschulen vor die Herausforderung, in kurzer Frist ihre Ausbildungsleistung um ca. 50 Prozent zu erhöhen. Ab 2013/14 würden jährlich 1.200 bis 1.500 neue Lehrkräfte benötigt.
„Das kann eine Universität allein nicht leisten. Daher werden auch zukünftig an beiden Standorten, Dresden und Leipzig, Grund-, Mittel- und Gymnasiallehrer ausgebildet. Die ursprünglich geplante Konzentration der Grund- und Mittelschullehrerausbildung an der Universität Leipzig, die 2004 mit der Hochschulvereinbarung vorgesehen war, lässt sich unter diesen Bedingungen nicht umsetzen. Diese Planungen sind überholt. Der Bedarf ab 2013/14 kann nur mit zusätzlichen Maßnahmen gedeckt werden“, so Ministerin Stange. Nachgefragt seien vor allem Mittelschullehrer und Lehrkräfte für Naturwissenschaften.
Zwingend notwendig sei schon heute, dass jeder Absolvent der Hochschule einen Ausbildungsplatz im Referendariat, der praktischen Ausbildungsphase, erhalte. „Wem dies nicht ermöglicht wird, kann auch zukünftig kein Lehrer in Sachsen werden“, sagte die Ministerin. Während bisher durchschnittlich etwa 900 Lehramtsabsolventen die Hochschulen verlassen, stehen deutlich weniger Referendariatsplätze in der zweiten Phase bereit.
Die neue Hochschulvereinbarung ab 2011 müsse einen deutlichen Schwerpunkt in der Lehramtsausbildung enthalten. „Die Lehrerausbildung darf auch nicht im Schatten der Exzellenzinitiativen segeln. Schließlich geht es hier um Sachsens Zukunft.“ Die Hochschulen hätten bereits seit 2007 mit den zusätzlichen Mitteln aus dem Hochschulpakt 2020 die Lehramtsausbildung verstärkt.
„Um künftig ausreichend motivierte Lehrer in Sachsen zu haben, brauchen wir eine gemeinsame Kraftanstrengung. Dazu gehört, in den Schulen eine gute Studienberatung zu organisieren. Dazu gehört auch, dass die Arbeitsbedingungen für Lehrer stimmen und die Lehrerschelte am Stammtisch eingestellt wird. Nur wenn der Lehrerberuf in der Gesellschaft insgesamt eine höhere Wertschätzung erhält, werden wir junge Leute für diesen Beruf gewinnen können“, so die Ministerin.

LIZ, 3. Juli 2009