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Friedrich von Schiller: Von der Schönheit zur Freiheit. Über die ästhetische Erziehung des Menschen, in einer Reihe von Briefen. Februar bis Dezember 1793, 9. Brief.

…Der Künstler ist zwar der Sohn seiner Zeit, aber schlimm für ihn, wenn er zugleich ihr Zögling oder gar noch ihr Günstling ist. Eine wohltätige Gottheit reiße den Säugling bei Zeiten von seiner Mutter Brust, nähre ihn mit der Milch eines bessern Alters und lasse ihn unter fernem griechischen Himmel zur Mündigkeit reifen. Wenn er dann Mann geworden ist, so kehre er, eine fremde Gestalt, in sein Jahrhundert zurück, aber nicht, um es mit seiner Erscheinung zu erfreuen, sondern furchtbar wie Agamemnons Sohn, um es zu reinigen. Den Stoff zwar wird er von der Gegenwart nehmen, aber die Form von einer edleren Zeit, ja, jenseits aller Zeit, von der absoluten, unwandelbaren Einheit seines Wesens entlehnen. Hier aus dem reinen Äther seiner dämonischen Natur rinnt die Quelle der Schönheit herab, unangesteckt von der Verderbnis der Geschlechter und Zeiten, welche tief unter ihr in trüben Strudeln sich wälzen. Seinen Stoff kann die Laune entehren, wie sie ihn geadelt hat, aber die keusche Form ist ihrem Wechsel entzogen. Der Römer des ersten Jahrhunderts hatte längst schon die Knie vor seinen Kaisern gebeugt, als die Bildsäulen noch aufrecht standen; die Tempel blieben dem Auge heilig, als die Götter längst zum Gelächter dienten, und die Schandtaten eines Nero und Commodus beschämte der edle Stil des Gebäudes, das seine Hülle dazu gab. Die Menschheit hat ihre Würde verloren, aber die Kunst hat sie gerettet und aufbewahrt in bedeutenden Steinen; die Wahrheit lebt in der Täuschung fort, und aus dem Nachbild wird das Urbild wieder hergestellt werden. So wie die edle Kunst die edle Natur überlebte, so schreitet sie derselben auch in der Begeisterung, bildend und erweckend, voran. Ehe noch die Wahrheit ihr siegendes Licht in die Tiefen der Herzen sendet, fängt die Dichtungskraft ihre Strahlen auf, und die Gipfel der Menschheit werden glänzen, wenn noch feuchte Nacht in den Tälern liegt…

Die 4. AlternativUni Jena startet am 17. Mai mit dem Film Dr. Seltsam oder Wie ich lernte die Bombe zu lieben und endet am 23. Mai 2009 mit einem Esperanto-Workshop. Veranstaltungsort ist das Glashaus im Paradies. Jeder Mensch ist herzlich dazu eingeladen, an den Seminaren teilzunehmen oder selbst sein Wissen weiterzugeben. Eine Alternative zur Uni! Student sein, aber richtig!

Mehr Informationen und das Programm unter lzas.stura-jena.de

Am 4. Juni 2009 jährt sich das Massaker der Proteste am Platz des himmlischen Friedens zum 20. Mal. Forget2forget.com und das Kunsthaus Erfurt laden herzlich ein, ein Denkmal aus tanzenden Körpern zu gestalten und rufen gemeinsam mit den Initiatoren und den Kooperationspartnern von forget2forget auf, den Tank Man Tango zu erlernen und zu tanzen. Ziel der Performance ist es überall auf der Welt am 4. Juni mit dem Tanz den Opfern zu gedenken und die Geschichte nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Jeder ist aufgerufen, Freunden, Familie und Arbeitskollegen zu berichten und sich der Performance im Kunsthaus Erfurt und überall in Thüringen, Deutschland und der ganzen Welt anzuschließen oder sein eigenes Denkmal aus tanzenden Körpern zu organisieren. Haltet Eure Performance auf Video fest und schickt sie an
forget2forget – Vergesst das Vergessen!!

Gleichzeitig tanzen Menschen in Erfurt, Weimar, Leipzig, London, Bristol. Singapore, Taichung, Seoul, Sydney, Brisbane, Perth, Washington DC, Mexico City…

Mehr Informationen unter: www.forget2forget.com

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